WiG-Grundlagenwerk „Zivilökonomie“ in Deutsch erschienen...

Von Winfried Baetz-Braunias

Zivilökonomie„Provozierend“ nennt der ausgewiesene Ökonom Reinhard Kardinal Marx, Erzbischof von München-Freising, in seinem Geleitwort den komplexen Ansatz des Buches „Zivilökonomie. Effizienz – Gerechtigkeit – Gemeinwohl“ der beiden renommierten italienischen Wirtschaftswissenschaftler Luigino Bruni und Stefano Zamagni. Im Band 1 der neuen Wissenschaftsreihe „Christliche Sozialethik im Diskurs“ (Verlag Schöningh, € 29,90) geht es um ein alternatives, auf die Qualität nachhaltiger zwischenmenschlicher Beziehungen ausgerichtetes Wirtschaftssystem, das seine verschütteten Wurzeln in den Stadtstaaten des frühen christlichen Humanismus Italiens hat: mit noch bürgerschaftlich-sozial orientierten Ziviltugenden wie Uneigennützigkeit und fairer Gegenseitigkeit („Reziprozität“), mit Face-to-face-Handel im Rahmen eines überschaubaren, freien Gemeinwesens, das der erste Ökonom und Theologe Antonio Genovesi 1765 als „Zivilökonomie“ bezeichnete.

Auf diesem historischen Hintergrund entfalten sie ihre moderne Konzeption der menschengerechten Wirtschaft als global aufgespannte Praxis eines urchristlich motivierten und auf Betrieb und Gesellschaft ausgerichteten Gemeinschaftssinnes. Dieser basiert auf der Basis freier Märkte („Effizienz“) und ausgleichender öffentlicher Institutionen („Gerechtigkeit“) und sieht als Sinn des Wirtschaftens das allgemeine Glück („Gemeinwohl“).

Durch die Aufwertung der in Produktion und Business oft unterschätzten „relationalen Güter“ wird so aus der gängigen, oft anonymen und sozialstaatlich regulierten Solidarität ein persönlicher und brüderlicher Geschäftsstil, der sich in ethisch motivierten Betrieben der Zivilökonomie wiederfinden soll. Zum Teil finden sie dieses Ideal in Betrieben des Dritten (Non-Profit-) Sektors vor, in Genossenschaften oder Sozialunternehmen, doch - so Zamagni in einem Interview mit der englischen Filmproduzentin Margret Coen: „Auf die Frage: Was ist das heute klarste, offensichtlichste Beispiel einer Zivilwirtschaft? würde ich antworten: die Wirtschaft in Gemeinschaft. Denn die Unternehmer und alle, die in der WiG mitarbeiten, fühlen sich ganz persönlich berufen, den Markt menschlicher zu gestalten.“ Den verschiedenen Gesichtern - und Theoretikern - des heutigen Kapitalismus setzen Bruni/Zamagni einen alternativen Wirtschaftsansatz entgegen, der das auf Effizienz fixierte Unternehmenscredo der herrschenden Wettbewerbswirtschaft ergänzt um die „externen Effekte“ einer aktiven, globalen und mitmenschlichen Unternehmensverantwortung verbunden mit einem in Betrieb und Geschäft gepflegten geschwisterlichen Stil der Gemeinschaft. Buchbestellung

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WiG-Bericht 2012-2013

Cover Report 2012-13 rid mod

Die von Gian Maria Bidone im Namen der WiG-Zentralkommission zusammengetragenen Daten sind detailliert in Englisch veröffentlicht (EoC Report 2012-2013) und beziehen sich auf die Berichtsperiode Oktober 2012 bis September 2013.

Führungslinien für Betriebe der WiG

Binari_rid_modDie Wirtschaft in Gemeinschaft  (WiG) empfiehlt den Betrieben, die sich ihre Ziele und Wirtschaftskultur zu Eigen machen, die folgenden „Führungslinien eines Betriebes“. Sie entstanden aus dem Leben, aus Freud und Leid vieler Tausend Unternehmer und Mitarbeiter weltweit...
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