Wirtschaft in Gemeinschaft: soziale Gerechtigkeit, diese Wette kann man gewinnen

Die globale Wirtschaft beinhaltet neue Chancen und neue Risiken. Wir müssen daran arbeiten, dass alle an den Chancen beteiligt werden, nicht nur an den Risiken.

Wirtschaft in Gemeinschaft: soziale Gerechtigkeit, diese Wette kann man gewinnen

Luigino Bruni schrieb dazu einen Leitartikel in Mondo e Missione n.5/2011

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Die globalisierte Wirtschaft ist ein mächtiges Instrumentarium, aber gleichzeitig empfindlich und instabil. Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse der gegenwärtigen Finanzkrise. Im Besonderen schafft diese Wirtschaftsform ungeheure Möglichkeiten, Reichtum zu vermehren, produziert aber auch neue Kosten. Dazu gehören die dramatische Unsicherheit der Finanzsysteme und noch krassere soziale Ungerechtigkeiten. Oft zahlen diejenigen am meisten für die Finanzkrise, die am wenigsten daran beteiligt waren. Darum ist die Frage nach sozialer Gerechtigkeit das dominante Thema einer neuen Wirtschaftsordnung: das wird heute deutlich in Nordafrika (wir dürfen nicht vergessen, dass die Auflehnung des Volkes gegen die verschiedenen Regierungen in erster Linie in riesigen sozialen Ungerechtigkeiten begründet liegt). Ich glaube, dass werden wir in den kommenden Jahren gerade in den arabischen Staaten noch häufiger erleben, aber auch in China und Indien. Wenn persönliche Freiheiten und Demokratisierung hier an Wachstum gewinnen, werden die ernormen sozialen Unterschiede nicht mehr toleriert werden.

In der Welt von heute braut sich eine wachsende Intoleranz gegen die sozialen und wirtschaftlichen Unterschiede zusammen, in den einzelnen Ländern, aber auch unter den Ländern. Man hat den Eindruck, dass der Mensch des postmodernen Zeitalters nach der politischen Demokratie auch die wirtschaftliche Demokratie verlangt. Es hat lange genug gedauert, bis er gemerkt hat, dass zur politischen Demokratie auch die wirtschaftliche Demokratie gehört. Der Markt heute ist nicht in der Lage, die gerechte Verteilung der Güter zu garantieren oder auch nur zu wollen, obwohl er Ausdruck des Gemeinwohls sein müsste. Im Gegenteil, dieses System ist geradezu darauf angelegt, wirtschaftliches Ungleichgewicht zu verstärken. Auf der einen Seite ist die freie Marktwirtschaft der Ort, wo sich  Freiheit, Begabung und Kreativität Einzelner verwirklichen lässt, auf der anderen Seite ist der Ausgangspunkt mehr als unterschiedlich. Die einen verfügen über Wissen und Information, die anderen nicht. Das wiederum bewirkt, dass die, die bereits etwas haben, immer mehr haben werden, weil die anderen von den Voraussetzungen her nicht mithalten können.

Was also tun?

Am 29. Mai 2011 wird die „Wirtschaft in Gemeinschaft“ 20 Jahre alt. Chiara Lubich hat sie vor 20 Jahren in Brasilien angestoßen, im gleichen Jahr, in dem Johannes Paul II. die Enzyklika Centesimus annus veröffentlicht hat und die Chiara auf dem Flug nach Brasilien ausführlich studiert hat. Zu diesem Jubiläum kommen vom 25. bis 29. Mai Unternehmer, Studenten, Arbeiter und Professoren nach San Paolo, um die nächsten 20 Jahre in den Blick zu nehmen (www.edc-online.org). Die Botschaft, die Chiara damals in Brasilien an die ganze Fokolar-Bewegung gerichtet hat, ist heute lebendiger denn je, durch Erfahrung gereift und auch außerhalb der  Fokolar-Bewegung verbreitet und geschätzt. Benedikt XVI. hat sie in der „Caritas in Veritate“ als Beispiel, das es zu verbreiten gilt, aufgeführt.

Die Botschaft ist klar und einfach: Das Unternehmen muss zu einem Ort der Gemeinschaft werden. Es erarbeitet Gewinne, die gerecht verteilt werden, damit wird es auch zu einem Ort der Gerechtigkeit. Wir dürfen bei diesem Einsatz für die gerechte Verteilung der Güter nicht so sehr auf Staaten und Regierungen bauen. Die Unternehmer selbst müssen die Sache in die Hand nehmen, sie sind in erster Linie gefragt, sie können damit beginnen, die Wirtschaftsordnung konkret in ihrem Bereich zu verändern. Das Unternehmen darf sich  nicht damit begnügen, sich im Rahmen der Rechtsstaatlichkeit zu bewegen, Steuern zu bezahlen und durch ein wenig Menschenfreundlichkeit die Kunden zu beeindrucken. Es wird viel mehr verlangt, wenn man wirklich etwas verändern möchte. Dieser 20. Geburtstag wird eine große Feier und eine tiefschürfende Gewissenserforschung werden.

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