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This section gathers articles, interviews and book reviews mainly related to economics (although not only), by Luigino Bruni, Alberto Ferucci, Benedetto Gui and Vittorio Pelligra. To see them, follow the links below:
Osterkommentar von Luigino Bruni in der ital. Tageszeitung „Avvenire“vom 30. März 2013

Von Tag zu Tag zeigt sich das Sterben unserer politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wertewelt deutlicher, wie wir sie im 20. Jahrhundert aufgebaut haben, ohne dass ein Auferstehen absehbar ist. Karsamstag - das „noch nicht“ ohne ein „schon“.
Die Menschheitsgeschichte kennt viele und manche epochalen Karsamstage. So gesehen ist es entscheidend, dass am Ursprung des christlichen Ereignisses wie auch des europäischen Humanismus der Karsamstag steht, eine historische Passage zwischen Tod und Auferstehung, die ebenfalls Teil einer Heilsgeschichte ist.
von Luigino Bruni (Kommentar erschienen in Avvenire am 24.03.2013)

Franziskus ist ein vielsagender Name, auch für die Wirtschaft und die Finanzwelt. Und er enthält wesentliche Botschaften für eine wirklich tiefgreifende Überwindung unserer Krisen. Franz von Assisi, der die „Frau Armut“ bevorzugte, löste grundlegende wirtschaftliche Veränderungen aus, in Theorie und Praxis. Die Franziskanische Bewegung brachte (im 14. Jahrhundert) die erste bedeutende Schule ökonomischen Denkens hervor und mit den inzwischen berühmten „Monti di Pietà“ (Vorläufer der Volks- und Solidarbanken Italiens und in Teilen Europas) steht sie am Anfang der Banken- und Finanzgeschichte.
Von Luigino Bruni
(Kommentar in: Avvenire , 3. März 2013)

In der Schweiz ging es heute um die Abstimmung zur Begrenzung der Managerlöhne bei börsennotierten Unternehmen. Eine willkommene Gelegenheit, auch bei uns das Thema Löhne der so genannten „Topmanager“ wieder aufzunehmen und damit das wichtigere und grundsätzliche Thema der Wirtschaftsdemokratie. Aber in Italien, in Europa? Ein Grund für die Ferne oder bestenfalls Verspätung dieses Themas ist die Unfähigkeit in Europa – zumal Italiens – eine alternative zur Wirtschafts- und Betriebskultur zu präsentieren.
Von Luigino Bruni
veröffentlicht in Avvenire vom 02.01.2013
„Wirtschaft“ hieß das Leitwort in 2012, das Hauptwort für 2013 sollte „Politik“ heißen, wenn wir möchten, dass das neue Jahr auch für die Wirtschaft besser wird. Es ist in der Tat bitter nötig, den Trend von Jahrzehnten umzukehren, der uns dazu gebracht hat, immer mehr die Logik der Wirtschaft in nicht-wirtschaftlichen Bereichen anzuwenden, wie im Bildungswesen („Ausbildungsangebot“, „Guthabenpunkte“), in Gesundheitswesen, Kultur und: Politik. Man hört nicht selten namhafte Wirtschaftsjournalisten über Parteien als „Wettbewerber“ sprechen, von politischem „Angebot“ und „Nachfrage“ (was wird der „Preis“ für den Ausgleich sein)?
Sonntagskommentar von Luigino Bruni, veröffentlicht in Avvenire am 02.12.2012
Der Advent – jeder Advent, und jede echte Rettungserwartung, ist vor allem in Zeiten der Krise eine fundamentale Erfahrung. Man kommt aus keiner Krise heraus, wenn man nicht die Kunst des Erwartens übt. Warten auf eine Rettung ist eine freudige und zugleich schmerzhafte Kunst, eine Rettung, die wir zuerst einmal wollen und dann ersehnen müssen. Unsere Krise ist deshalb epochal, weil die Sehnsucht nach Rettung fehlt, es fehlen uns, kollektiv gesehen, die Augen, sie zu sehen, geschweige denn, sie zu erahnen.
Von Luigino Bruni
veröffentlicht in Avvenire am 26.05.2012
Vier Tote des Erdbebens in der Emilia-Romagna waren bei der Arbeit: Sonntags früh um 4 Uhr. Es ist etwas Besonderes, wenn man am Arbeitsplatz stirbt. In diesen Zeiten der Krise, in der Jobs rar sind, haben uns diese toten Arbeiter mehrere Dinge zu sagen.
Das Vokabular des Wirtschaftswissenschaftlers Luigino Bruni1 bei einem Vortrag im norditalienischen Gazzera.
Von Fabio Poles
Veröffentlich in Gente Veneta (Wochenzeitung)

Krise: Jede Krise ist ambivalent, man kann schlechter oder besser daraus hervorgehen, bösartiger oder gutartiger. Wir sollten bescheidener daraus hervorgehen, weniger als Verursacher, weniger allein. Wir müssen die Realität positiv angehen. Wir stehen vor der Bewältigung einer großen Aufgabe, des Überkonsums, der zu den Problemen geführt hat.
(Kommentar von Luigino Bruni in Avvenire, 16.9.2012)
Wachsende Ungleichheit in der globalen kapitalistischen Wirtschaft wird zum größten Hindernis für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Grund für die große Ungleichheit an Chancen, Rechten und Freiheiten ist ein „gedopter“ Reichtum, den wir kreiert, aber nicht aus Arbeit geschaffen oder gesunder Entwicklung generiert haben. Schließlich - wie könnte es anders sein? schafft nur Arbeit neue Arbeitsplätze. Wenn man den Pfad nachvollzieht, den wir von der industriellen Revolution bis heute gegangen sind, erkennen wir, wie viele Sorgen uns in der Marktwirtschaft diese Zeichen der Ungleichheit bereiten. Nach ihrem deutlichen Rückgang in den westeuropäischen Volkswirtschaften des 20. Jahrhunderts, aufgrund des Übergangs der Wirtschaft von feudalen Gesellschaftsstrukturen zu einer viel dynamischeren Marktwirtschaft, triumphiert in dem letzten Jahrzehnt ein Kapitalismus, der im Begriff ist, von Neuem weltweit die Ungleichheit zu erhöhen, sie auf ein Niveau zu heben, das der Anfangssituation nahekommt.

Der berühmte Robert Michels 1934 zu „vulgärer, reiner und politischer Ökonomie“
Einweihungsrede des akademischen Jahres 1933 – 1934,
Universität von Perugia, Donnini, Perugia, 1934
Von Luigino Bruni, erschienen in Avvenire am 14.08.2012
Bei den Preisen für Grundnahrungsmittel zeichnet sich eine neue Krise ab. Der Brotpreis war immer schon mehr als ein Spiel von Angebot und Nachfrage: Als eines der wichtigsten Güter ist Brot nicht automatisch eine Ware, die man der Dynamik des Marktes überlassen darf: Brot ist nicht umsonst gleich Arbeit. Für alle Lebewesen ist sie wichtig, aber für Menschen hat die Nahrung eine symbolische Bedeutung: alle wichtigen sozialen Beziehungen drehen sich darum, angefangen bei den täglichen Mahlzeiten in der Familie, zur Stärkung und zur Pflege der elementaren Beziehungen.
Am 12. Mai 2012, Tag des „Miteinander für Europa“ in 150 Städten Europas plädierte Wirtschafsprofessor Luigino Bruni1 bei der Abschlusskundgebung in Brüssel im Namen von 300 ökumenischen christlichen Bewegungen und Gemeinschaften für eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft.
veröffentlicht in Zenit am 12.05.2012
Europa ist der Kontinent, auf dem die Marktwirtschaft sich entfaltet hat. Dabei haben das Christentum und seine Charismen, allen voran das Mönchtum, einen entscheidenden Beitrag geleistet.
Heute steckt die Marktwirtschaft aus zwei Gründen in einer tiefen Krise: Zunächst vor allem durch das starke Übergewicht der Finanzspekulation gegenüber der Realwirtschaft. Tatsächlich ist das Finanzwesen in Ordnung, solange es in subsidiärem Verhältnis, im Dienst an der Realwirtschaft steht. Es wirkt aber gesellschaftsschädigend, wenn umgekehrt Güter und Dienstleistungen, vor allem die Umwelt und die arbeitende Bevölkerung von Spekulationsgeschäften in den Dienst gezwungen werden.
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