In Asunción fand vom 8. – 12. August ein panamerikanisches Seminar für junge Unternehmer statt, aus dem neue Synergien hervorgingen.

Von Silvano Malini

160808 12 Asuncion Scuola Intermericana 2016 15 ridMan hat den Eindruck, kleinen Helden zuzuhören, aber sie empfinden sich nicht als solche. Sie tun einfach das, was sie für wichtig halten. Es geht hier nicht nur um bereits erfahrene Unternehmer, sondern auch um 30 angehende Unternehmer, die mit großer Begeisterung bei dem Seminar mitmachten.

Xandra zum Beispiel verdankt ihr Weiterkommen der „Wirtschaft in Gemeinschaft“. Als ihre Familie große finanzielle Probleme hatte, wurde sie von der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ unterstützt. Heute ist Xandra eine kleine, selbständige Unternehmerin. In ihrem Schönheitssalon beschäftigt sie zwei Angestellte. Sie bemüht sich heute selbst darum, die Prinzipien der “Wirtschaft in Gemeinschaft” zum Maßstab ihres Handelns zu machen, d.h. unter anderem eine gute Beziehung aufzubauen zu den Kundinnen, zu den Zulieferern und Nachbarn und Kollegen. 160808 12 Asuncion Scuola Intermericana 2016 11 rid

Dalila hingegen hatte ihren früheren Betrieb schließen müssen, aber danach hat sie mit der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ neu begonnen. Sie sagt, dass sie von der schweren Wirtschaftskrise, die ihr Land Brasilien durchläuft, nichts merken würde.

Unternehmer berichten bei dem Seminar auch von ihren Fehlern und Misserfolgen und wie sie damit fertig geworden sind. Germán und Matías berichten von ihren Projekten, die aufgrund der Unehrlichkeit ihrer Mitarbeiter fehlgeschlagen sind. Auf diesbezügliche Fragen der jungen Leute antworten nicht nur die Unternehmer selbst, sondern auch Experten wie Cecilia Blanco, Dozentin für Philosophie, die die kulturelle Neuheit der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ darlegt oder der Bauunternehmer Raúl Di Lascio, der erklärt, wie man die Schwierigkeiten überwinden kann, ohne aufzugeben, wie man den Gewinn aufteilt und wie man es vermeidet, die Menschen, denen man behilflich ist, von sich abhängig zu machen. Dabei muss man unterscheiden zwischen gesundem Unternehmergeist und dem Streben nach Macht und Wohlstand. 160808 12 Asuncion Scuola Intermericana 2016 14 rid

Yamil aus Mexiko erzählte, wie es ihm gelungen war, etwa 30 junge Unternehmer dafür zu gewinnen, die Idee der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ als wirtschaftliches System mit Wort und Tat zu propagieren. Die Universität und das Unternehmen, in dem er beschäftigt war, erkannten die Ernsthaftigkeit ihrer Projekte und unterstützen sie mit ihrem Know-how. Dieses aktive network sieht vierzehntägige Treffen vor, bei denen jeder Teilnehmer sein Wissen einbringt und in lebhaftem Dialog mit den anderen steht. Diese Idee zieht Kreise, weil auch andere Unternehmer einsehen, dass gemeinsames Wissen stärker ist, als ein sorgfältig gehütetes „Geheimrezept“. Luis Alonso, ebenfalls aus Mexiko, hat in einer Videobotschaft das neue EoC-IIN Economy of Communion International Incubating Network vorgeschlagen.

Ein Ausflug führte die Seminarteilnehmer in das Stadtviertel San Miguel di Capiatà (soziales Werk der Fokolar-Bewegung) und zu den beiden Betrieben Dispensa Santa Rita (Speisekammer der heiligen Rita) und Todo Brillo (Alles glänzt), eine Top-Reinigungsfirma. Besonders betroffen waren die jungen Leute vom Verhalten der Schulkinder von “Scuola Unipar” aus San Miguel. Es genügte, sie anzuschauen, um zu begreifen, dass sie sich geliebt fühlen und ihrerseits durch den Würfel der Liebe diese Liebe an andere weiter geben. Die Jugendlichen und Erwachsenen des Viertels San Miguel haben ihr Schicksal selbst in die Hand genommen. 160808 12 Asuncion Scuola Intermericana 2016 Todo Brillo 12 rid

Julio und Ninfa leiten die Speisekammer der heiligen Rita im Stadtrandgebiet von Areguá. Sie kaufen zu normalem Preis Grundnahrungsmittel und ähnliches in Clorinda, einer argentinischen Grenzstadt, ein (und verhindern so den Schmuggel dieser Waren), teilen alles in kleine Pakete auf und verlangen dafür einen Preis, den auch die Armen bezahlen können. Matias aus Paraguay kommentierte nach dem Besuch in der Firma: „Ich habe zutiefst verstanden, dass die Größe eines Betriebes nicht in seinem Umsatz liegt, sondern in den Werten, die innerhalb des Betriebes gelebt und vertreten werden“.

Eine Provokation war das Referat eines Professors aus Uruguay, Juan José Medeiros, zum Thema: „Reichtum und Armut in der Wirtschaft in Gemeinschaft“. Diana Durán, Historikerin aus Paraguay, hielt einen interessanten Vortrag über die Ähnlichkeiten der „Wirtschaft in Gemeinschaft“ mit der sozialwirtschaftlichen Kultur der Eingeborenen Guaranì, deren Stamm aus der gleichen Wurzel hervorgeht wie das Land Paraguay. Via160808 12 Asuncion Scuola Intermericana 2016 17 rid Skype fand auch ein lebhafter Dialog mit Luigino Bruni, Anouk Grevin und Luca Crivelli von der zentralen Kommission der Wirtschaft in Gemeinschaft statt. Ein zweites Gespräch wurde via skype mit Rebeca Gomez Tafalla und Florencia Locascio von EoC-inn geführt und rundete das Programm ab. Nächste Veranstaltungen: im September ein Kongress in Salta (Argentinien) und ein erstes Treffen der Wirtschaft in Gemeinschaft (EoC-INN) in Kuba.

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