Afrika, es ist Zeit aufzubrechen!

Aus dem Tagebuch von Giuseppe Argiolas, der den Intensivkurs der WiG am CUEA Institut in Nairobi besucht hat: ein großer Optimismus eines Mannes, der neue Dinge verwirklicht gesehen hat.

von Giuseppe Argiolas

110720_Cuea_05_ridAnkunft Samstagnacht, 16. Juli nach einer langen aber schönen Reise, auf der die Gelegenheiten zu lieben nicht fehlten,- jene zu lieben, die mir geholfen haben, mit der geeinten Welt zu beginnen,  diesem unerwarteten Abenteuer. Bei der Ankunft treffe ich Charles Besigie, Afrikaner aus Uganda und Tutor des Kurses. Er empfängt mich mit offenen Armen.  Mit Charles gehe ich am nächsten Tag zur Siedlung der Fokolar-Bewegung in Kenia, Mariapoli Piero: Wunderschöne Gespräche auf der Fahrt und mit den vielen Freunden, die ich in der Mariapoli antreffe; alles Gelegenheiten auf Zehenspitzen in diese „Afrikanische Welt“ einzutreten.

Tags zuvor, Freitag endete die erste Woche des WiG-Intensivkurses mit dem Vortrag über „Soziale Bilanzierung“. Giampietro Parolin, hat den ersten Teil des Kurses übernommen und ist ein Könner,- alle sind von ihm begeistert.

Heute, auf dem Weg in die Stadt trifft es mich sehr: bestens  gekleidete, gepflegte Menschen… verschwinden in Baracken,… die ihr Zuhause sind…! Auch Chiara Lubich sah diese Dinge, als sie hierher kam… Von Herz  zu Herz,- es macht mir Freude, mich im Einklang mit ihr zu finden.  Andererseits war es auch mein inneres Anliegen: „Schau auf Afrika mit Chiaras Augen!

Montag, 18. Juli um 9 Uhr beginnt die zweite Kurswoche: Wir sprechen über „Führung und Gemeinschaft“. Dahinter stecken hohe Ansprüche. Der erste Tag vergeht so intensiv,- mir kommt es vor, als ob ich schon einen Monat hier wäre!

Ich werde vom Dekan der Wirtschaftsfakultät, Dr. Ayako froh und warmherzig willkommen geheißen, viele Fotos werden gemacht 110718_Cuea_04_ridbei meiner Vorstellung vor der Klasse. Mitten am Vormittag gibt es einen Termin beim Rektor der Universität, Professor Maviiri, eine eindrucksvolle Persönlichkeit von großer Einfachheit und Tiefe. Er ist froh, dass dieser Kurs noch vor Ende seiner dritten Amtszeit am CUEA zustande kam. Und er unterstreicht seine starke persönliche Überzeugung, dass das Charisma der Einheit von Chiara Lubich und die Wirtschaft der Gemeinschaft der afrikanischen Entwicklung viel zu geben haben. Für meinen Teil würde ich sagen, dass Afrika der Wirtschaft in Gemeinschaft so viel geben kann; in der Tat – ich würde sagen – es kann ein Beispiel für die ganze Welt sein!

Man spürt es: hier ist wirklich fruchtbarer Boden, gut vorbereitet mit weit offenen Straßen! Der Kurs ist so organisiert: Ausgehend von den Grundzügen einer Organisation über die Organisationsanalyse zu Unternehmen und Gewinn aus dem Blickwinkel der Sozialwirtschaft - im Vergleich mit den Ansichten von Coase (brit. Ökonom) Williams und Barnard. Am Ende steht das WiG-Führungsmodell. Es entwickelt sich ein offener und tiefer Dialog in der Klasse mit den fünfzehn Studenten aus vier Ländern: Burundi, Ruanda, Kamerun und Kenia. Wir sprechen über Afrikas Entwicklung, die Ost-West-Beziehungen in der Welt, sensible und wichtige Themen.

110711_Nairobi_Cuea06Es ist Freitag, der Kurs schließt mit einer Fallstudie über Loppiano Prima. Die Studenten sind in der Lage – jeder – den Fall in Länge und Breite zu analysieren und in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt ihre Gedanken vor der Klasse zu referieren: sie haben die Vorträge und Fallstudie bestens verstanden. Wichtig zu erwähnen: die Zeit und der Raum für die Erfahrung einer jungen Unternehmerin, die aus dem ersten Kurs heraus im Januar 2011 mit Partnern hier in Nairobi ein WiG-Unternehmen gegründet hat.

Dann folgt eine Zeremonie mit Übergabe der erworbenen Zertifikate, feierlich ausgestellt durch ein Fakultätskomitee (ein Repräsentant des Rektors, der Dekan der Fakultät, ein Betriebswirt mit Hochschulabschluss MBA, ein Beauftragter für die Registrierung der Examinierten) mit den passenden Ansprachen. Eine Studentin drückt für alle exzellent aus, wie viel sie in diesem Kurs gelernt hat.

"Danke für das Engagement eines jeden von Euch. Wir haben nicht nur über Wirtschaft in Gemeinschaft geredet, sondern sie gelebt. An die Klasse gerichtet und vor der Fakultät möchte ich sagen, ich möchte jeden von Euch in mein Herz schließen, so wie ich sicher bin, im Herzen eines jeden von Euch zu bleiben“.

Der Präsident richtete einen herzlichen Dank an die Studenten: “Ihr seid Pioniere von etwas wirklich Bedeutsamem, das hier begonnen hat und weitergehen wird“ und er wünschte sich – und versprach es anzugehen die Wirtschaft in Gemeinschaft als Lehrfach im Master-Studiengang Betriebswirtschaft, mit der Bitte um Hilfe und Zusammenarbeit mit der Universität Sophia/Loppiano.

Im Namen des Rektors betrat der Dekan der Theologie, Prof. Majawa das Podium und sprach dieser Initiative seine tiefe Anerkennung aus. Er unterstich die Bedeutung der WiG für Afrika und für jeden Menschen: „Es gibt viele Wirtschaftsfachleute in der Welt, intellektuell hochgebildet, aber es braucht auch das Herz. Es braucht das Herz,- eine Spiritualität für ein ganzheitlich zusammenhängendes menschliches Leben. Damit können wir die Schöpfung verwandeln und mit den konkreten Dingen adäquat, erleuchtet umgehen.

Nach der Übergabe der Zertifikate entstand eine feierlich Atmosphäre, alle waren tief bewegt und froh. Es wurden Gruppenfotos gemacht 110722_Cuea_07_ridund es gab ein Festessen mit den Vertretern der Fokolar-Bewegung aus Kenia, Burundi, Tansania, Ruanda und Uganda. Dann überreichten mir die Studenten eine sehr schöne Holzskulptur mit zwei Massai-Kriegern und folgender Bedeutung: auf eigenen Füßen stehend, mit Werkzeug in der Hand bezeugen sie ihre Zugehörigkeit zur Wirtschaft der Gemeinschaft.

Eine Zusammenfassung, die rührender kaum sein kann. Sieht man, wie diese jungen Leute in zwei intensiven Kurswochen verwandelt sind, kann man nur optimistisch sein.

Nun ist die Frage, wie es weiter geht. Doch die Gemeinschaft wurde begründet, es gibt kein zurück. Meine Zeit verging im Flug, im Auto hören wir den Song von Andrea Bocelli „It`s time to say  Goodbye… Con te partirò (Mit Dir werde ich gehen)“. Ja, es ist Zeit aufzubrechen, aber „mit Dir Afrika“ werde ich gehen, „und alles was ich sehen werde, wird nicht mehr das gleiche sein, weil Du bei mir bist.“

In diesen Tagen habe ich so viel von Afrika und seinen Afrikanern bekommen. Es ist, als durfte ich an einem Experiment teilnehmen, einer kleinen Vorschau auf die Symphonie der Nationen, die wir im Paradies erleben werden. Die Einheit, das Charisma von Chiara Lubich, ist nicht nur Gemeinschaft zwischen Individuen sondern auch zwischen den Nationen: Afrika hat so viel in diese Einheit zu geben; an uns ist es zu erkennen, wie wir ein so wertvolles Geschenk annehmen müssen. Soweit, mein geliebtes Afrika…

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