Nairobi 2015: Eindrücke von deutschsprachigen TeilnehmerInnen

Von Andrea Fleming

Gerti Wachmann (Schweiz):

150531 Nairobi Congresso EdC 78 rid„Diesen Kongress musste man wirklich von Kopf bis Fuss „leben“! Es gab so einiges, was hier in Europa wohl nicht passiert wäre, z.B. dass Wasser fehlte, der Strom auch mal komplett ausfiel … Und trotzdem: keine Hektik, eins ums andere wurde geklärt… was mir zu Beginn ehrlich gesagt auch einiges abverlangt hat.

Dann die Situation der Fokolar-Siedlung Piero selber, am Rand von Nairobi, rundherum was man hierzulande wohl als grosse Armut bezeichnen würde. Zu Beginn ein „Kulturschock“, doch dann gewöhnt man sich daran, sicher auch weil die Menschen die Situation mit einer Selbstverständlichkeit leben und eine unglaubliche Kreativität an den Tag legen, den Alltag zu bewältigen. Wer etwas hat, und seien es nur drei Bananen, macht einen Laden an der Strasse auf und verkauft sie, also Kleinunternehmertum ist omnipräsent!

Mir sind auch die Gegensätze sehr nahe gegangen – einerseits erlebt man die Afrikaner so lebensfroh, kreativ und offen für den anderen, andererseits wird alles, was nicht Slum ist, eingezäunt und bewacht. Abends kann man als Europäer gar nicht auf die Strasse gehen.

Bei all diesen Eindrücken gingen die Erfahrungen der anwesenden Unternehmer beim Kongress noch näher. Leute, die selbstverständlich und gleichberechtigt neben unseren bekannten europäischen und amerikanischen Unternehmern saßen und erzählten, wie sie versuchen, in ihrer Situation nicht nur so gut wie möglich zu wirtschaften, sondern auch noch für die Gemeinschaft etwas zu tun.

Wenn so jemand erzählt, wie er im Niemandsland ein Gesundheitszentrum errichtet, ohne Hilfe von aussen, nur mit eigenem Einsatz und Hilfe der Gemeinschaft um ihn herum (und mit Gottes Vorsehung, die aber nicht aus Europa kommt, sondern sich in helfenden Händen von Leuten der Umgebung zeigt, die nach anfänglichem Misstrauen merkten, dass es da einer ernst meint), dann geht das schon besonders tief unter die Haut.

Schön war auch, dass so viele junge Leute da waren, in der Woche davor hatten sie während ihrer Summer School Pläne geschmiedet und Projekte formuliert. Auch da gab es neben grossem Idealismus auch sehr realitätsnahe und handfeste Projekte, wirklich beeindruckend. Vielleicht ergibt sich da ein Kontakt oder eine „Patenschaft“ mit Unternehmern aus unseren Breitengraden, ich glaube, das könnte eine grosse Bereicherung sein. Vielleicht für uns noch mehr als für sie…

Alles in allem eine sehr beeindruckende Zeit, die mir Hoffnung gab für Afrika, aber auch für die ganze Welt. Für mich ist sie nun näher zusammengerückt, es war ein grosses Geschenk, unsere Geschwister jenseits der Sanddünen mal bei sich zuhause zu erleben.


Markus Ressl (Österreich):

Mein Weltbild hat sich neu geordnet. Ich habe Afrika als Partner erlebt – auf der Ebene der 150531 Nairobi Congresso EdC 77 ridsog. „civil society“. Mir scheint, dass sich da eine dritte Begegnung zwischen Afrika und Europa anbahnt: Nach dem Kolonialismus und dem Kapitalismus geht es jetzt um eine Partnerschaft!

Und nicht nur Afrika, auch wir können unsere Armut überwinden: die Armut des Materialismus, des Individualismus und der Sicherheitsbezogenheit. Ich habe den Eindruck, wir sind hier viel ärmer als die Menschen, denen ich dort begegnet bin.

Wenn es eine Zukunft für uns gibt, dann wohl nur eine gemeinsame – das zeigt uns auf dramatische Art und Weise auch das Flüchtlingsdrama.

Ich konnte mein eigenes Unternehmensprojekt vorstellen: ein Ansatz zur Entwicklung von Unternehmen „Business model in 3D“. Ich habe inzwischen ein Start-Up Unternehmen und konnte ein Sozialprojekt in den Slums von Nairobi als Partner gewinnen!

Auch an vielen anderen Beispielen wurde deutlich: Das erfolgreiche Unternehmen von morgen integriert Sozial- und Kontext (CSR)-Kompetenz in das Geschäftsmodell.

Mich hat diese Reise tief bewegt und ich nutze viele Gelegenheiten, meine Eindrücke hier in meinem Umfeld weiterzugeben.

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