Binari_ridDie Wirtschaft in Gemeinschaft  (WiG) empfiehlt den Betrieben, die sich ihre Ziele und Wirtschaftskultur zu Eigen machen, die folgenden „Führungslinien eines Betriebes“. Sie entstanden aus dem Leben, aus Freud und Leid vieler Tausend Unternehmer und Mitarbeiter weltweit und entsprechen dem Schema der „Sieben Farben“, einem Bestandteil der ursprünglichen charismatischen Intuition. Sie umschreiben die Konzeption und des Praxis des Gemeinschaftslebens entsprechend dem „Charisma der Einheit“, das eben auch in der WiG umgesetzt wird.

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1. Rot: Unternehmer, Mitarbeiter und Betrieb

Die in der Wirtschaft in Gemeinschaft aktiven Betriebe sehen in der allseitigen Gemeinschaft den grundlegenden Wert auf allen Ebenen ihrer Organisation und definieren so ihren betrieblichen Auftrag. 

Dazu dient eine klare Bestimmung der Rollen und Funktionen im Geist des Dienens und der Verantwortung. Der Führungsstil ist partizipatorisch, die betrieblichen Ziele werden von allen geteilt und entsprechend transparent  und verifizierbar gemacht. Dabei gilt die besondere Aufmerksamkeit der Beziehungsqualität zwischen allen beteiligten Akteuren (stakeholders).impresa-france

Soweit der Betrieb Gewinne erwirtschaftet,- unter Beachtung der für die verschiedenen Unternehmensformen und Sozialverhältnisse einer Aktivität typischen Verfahren,- verpflichten sich die Unternehmer und Gesellschafter zur Teilung des Reingewinns und dessen Verwendung  für die folgenden drei gleichermaßen wichtigen Ziele:

(a) für die Unterstützung von Menschen in Notlagen;

(b) für die betriebliche Entwicklung und Konsolidierung, die Verbesserung der Produkt- und Dienstleistungsqualität, mehr Arbeitsplätze und gegebenenfalls für die Vergütung der Gesellschafter;

(c) für die Verbreitung einer Kultur des Gebens. Für den Fall, dass die Zugehörigkeit zur WiG noch nicht von allen Gesellschaftern geteilt wird, beschränkt sich die Verpflichtung zur Gewinnteilung zugunsten der Ziele des Projektes auf den Anteil derjenigen, die sich zugehörig fühlen.

 2. Orange: Beziehung zu Kunden, Lieferanten, Finanziers, Ortsgemeinde und anderen im Umfeld

laboratorio-brasileDie Belegschaft des Betriebes verpflichtet sich zum Aufbau und Ausbau guter und offener professioneller Beziehungen zu den Kunden, Lieferanten und zur Gesellschaft vor Ort, deren Wohl zu wahren und zu steigern integrativer Bestandteil des betrieblichen Auftrags ist.

Das Unternehmen verhält sich verantwortlich und loyal gegenüber den Mitbewerbern, Lieferanten, Kunden, der Zivilgesellschaft und öffentlichen Verwaltung und versteht sie als wichtige Partner zur Erreichung des Gemeinwohles. Darüber hinaus fördern Unternehmer und Mitarbeiter die Haltung und die Botschaft der WiG und präsentieren ihre Ideen und Erfahrungen bei Tagungen, Seminaren und Begegnungen, denn sie sehen die  Verbreitung dieser neuen Wirtschaftssicht als Teil ihrer „Berufung“ an. 

Sie geben sich nicht mit einer lebendigen Umsetzung zufrieden, sondern wollen die WiG allen bekannt machen, insbesondere jungen Leuten, die sie zu Fortbildungs- oder Praktikumsangeboten einladen.

 

3. Gelb: Spiritualität und Ethik

Die Mitarbeit im WiG-Betrieb bildet eine Gelegenheit zur beruflichen, aber auch spirituellen und ethischen Entwicklung. azienda-brasile

Das Unternehmen engagiert sich für die konkrete Beachtung der Gesetze und arbeitet mit an ihrer Veränderung und Verbesserung. Es zeigt ein korrektes Verhalten gegenüber dem Fiskus, den Kontrollorganen, Gewerkschaften und entsprechenden anderen Institutionen. Es pflegt das Bewusstsein, dass die Qualität der beruflichen Tätigkeit eine wesentliche Dimension der menschlichen Verwirklichung darstellt, in der sich die Berufung als arbeitender Mensch entfaltet.

Die Mitarbeit in einem WiG-Betrieb bedeutet auch die Wertschätzung  von Schwierigkeiten und Mühen am Arbeitsplatz als wertvolle Chance zu menschlichem Wachstum und Reife. Bei der Bestimmung von Art und Qualität der Produkte verpflichtet sich das Unternehmen nicht nur zur Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen, sondern auch zur Abschätzung der Wirkungen der Produkte auf das Wohl der Verbraucher und der Umwelt.

4. Grün: Lebensqualität, Wohlbefinden und Beziehungen

Schmiede by LibärGrundlegendes Ziel eines WiG-Betriebes ist die Förderung einer echten Gemeinschaft. Zu diesem Zweck werden regelmäßige Begegnungen eingeplant, bei denen die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen betrachtet wird und Konfliktsituationen einer Lösung näher gebracht werden. Dazu greift man auf die so genannten „Hilfen zum Gemeinschaftsleben“ zurück, zu denen gehören: die regelmäßige Austauschrunde zwischen Mitarbeitern und Führungskräften (mindestens einmal jährlich); Momente des offenen Gesprächs und der „brüderlicher Ermahnung“ zwischen allen Belegschaftsmitgliedern als Erfahrung der Geschwisterlichkeit und Gleichheit unter allen, die allen notwendigen Unterschieden der Funktion und Verantwortlichkeit vorausgeht; gegebenenfalls das Zuhören auf Seiten der Führungskräfte bei Protesten und Auseinandersetzungen; der Erfahrungsaustausch in speziell dafür vorgesehenen Begegnungen. Ein WiG-Betrieb ist sich dessen bewusst, dass ohne die Anwendung dieser Hilfen zum Gemeinschaftsleben der innerbetriebliche Umgang miteinander schlechter wird, was wiederum zur Verschlechterung des wirtschaftlichen Gesamtergebnisses führt. 

Der körperlichen Gesundheit, dem Sport und der Pflege der Umwelt gilt besondere Aufmerksamkeit, denn der Wert der Gemeinschaft umfasst auch Natur und Wohlbefinden. 

Zur Beziehungspflege untereinander sind betriebliche Feiern wichtig, auch im normalen Betriebsalltag (Geburtstage, Geburten, Abschiede), denn sie festigen die Beziehungen, die Identifikation mit der Betriebsgemeinschaft und sie bilden eine wertvolle Ressource in schwierigen Zeiten.

5. Blau: Harmonie am Arbeitsplatz

Ansprechende und harmonische Arbeitsstätten bilden den ersten Eindruck für Besucher eines WiG-Betriebes, denn die Gemeinschaft bedeutet auch positive Ausstrahlung,Polo_Spartaco_AVN_rid ohne dass Luxus nötig wäre. Die Arbeitsumgebung spiegelt diese Harmonie wieder und ist Teil der innerbetrieblichen Beziehungskultur. Hygiene, Sauberkeit und Ordnung gehören zum WiG-Stil und dienen dem Wohlbefinden von Mitarbeitern, Inhabern, Kunden und Lieferanten.

Deshalb werden die Sicherheitsnormen eingehalten, von der nötigen Belüftung über eine akzeptable Geräuschkulisse bis zur richtigen Beleuchtung und was sonst noch zur Qualität der Beziehungen innerhalb und außerhalb des Betriebes beiträgt. Die Dimension des ansprechenden Äußeren hat zumal dann höchste Priorität, wenn der Betrieb direkt oder indirekt mit Bedürftigkeit in Kontakt tritt, denn der erste Schritt zur Behebung  jeglicher Form von Bedürftigkeit ist der respektvolle Umgang miteinander, und dafür ist die äußere Form der beste  Ausweis.

6. Indigo: Fortbildung, Lernen, Weisheit

seminarioDer Betrieb fördert unter allen Mitarbeitern ein Klima gegenseitiger vertrauensvoller Unterstützung, in dem es zur Normalität gehört, die eigenen Talente, Ideen und Kompetenzen zur freien Verfügung zu stellen, damit sie dem beruflichen Fortkommen der Kollegen wie auch der Gesamtentwicklung der Firma dienen. 

Der erste Ort der Bildung ist immer die Betriebsgemeinschaft mit ihren verschiedenen Beziehungen. Darüber hinaus  sorgt die Leitung für Auswahlkriterien beim Personal und für entsprechende berufliche Entwicklungsprogramme, damit sich dieses offene Wissensklima entfalten kann. Der Betrieb sorgt für ständige Fortbildungs- und Vertiefungsangebote und fördert die berufliche Bildung ebenso wie die Schulung des eigenen Personals und interessierter junger Leute innerhalb wie außerhalb des Betriebes in der Kultur der Gemeinschaft. 

Außerdem pflegen der WiG-Unternehmer und -Mitarbeiter ihre Fortbildung und Interessengebiete innerhalb und außerhalb des Betriebes mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklungen in der Wirtschaftswissenschaft und Betriebskultur. Dazu nehmen sie an den Schulungen und Zusammenkünften teil, um ihr besonderes Verständnis von betrieblicher Kultur immer besser darlegen zu können.

7. Violett: Kommunikation

Die in der WiG aktiven Unternehmer arbeiten beständig an einem offenen und ehrlichen Kommunikationsklima, das den Austausch video-conference_2229569056 an Ideen und Informationen auf allen Zuständigkeitsebenen fördert. Dazu nutzen sie angemessene Instrumente der regelmäßigen Berichterstattung nach innen und nach außen (z.B. „Sozial-Bilanz“), die den erzeugten sozialen Nutzen für alle an den Betriebsaktivitäten Interessierten mit Zahlen belegen.

Gemeinschaft ohne Kommunikation ist nicht möglich. Die als Wirtschaft in Gemeinschaft aufgestellten Unternehmen bedienen sich zur lokalen wie auch internationalen Verbindung untereinander der neuesten Kommunikationsmittel zwecks  Entwicklung gegenseitiger, nützlicher und produktiver Beziehungen. 

Die in der WiG aktiven Unternehmer wissen, welche kulturellen und politischen Auswirkungen der Erfolg des gemeinsamen Projektes haben kann und sind deshalb stets offen für gegenseitige Unterstützung und Solidarität, auf lokaler wie internationaler Ebene. Sie bilden auch ein Netzwerk mit allen Menschen guten Willens, die aufrichtig zu einer gerechteren, geschwisterlichen und geeinten Welt beitragen wollen.

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